Alkohol steht in vielen Haushalten – als Desinfektionsmittel, Reinigungsmittel oder alter Flasche Spiritus irgendwo im Keller. Dass man damit auch Klebereste von der Scheibe bekommt, ist vielen bekannt. Weniger bekannt ist, welche Art von Alkohol dabei wirklich hilft und bei welcher man sich nur die Arbeit schwerer macht.
Welcher Alkohol funktioniert – und welcher nicht
Isopropanol (IPA)
Isopropanol ist die beste Wahl. Es löst Klebstoffe zuverlässig, verdunstet rückstandsfrei und greift Klarglas nicht an. Konzentration zwischen 70 und 99 Prozent – beides funktioniert, höhere Konzentration wirkt etwas schneller. In Apotheken, Drogerien und Baumärkten erhältlich, oft auch als Bildschirmreiniger oder Desinfektionsmittel im Haus vorhanden.
Spiritus (Ethanol vergällt)
Spiritus funktioniert ebenfalls, ist aber schwächer als Isopropanol. Er enthält Vergällungsmittel, die auf manchen Oberflächen Rückstände hinterlassen können. Auf Glas ist das in der Regel kein Problem, aber der Reinigungseffekt ist insgesamt weniger zuverlässig.
Brennspiritus
Ähnlich wie Spiritus – brauchbar, aber nicht die erste Wahl. Der Geruch ist unangenehm und er verdunstet langsamer als Isopropanol.
Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis
Viele Handdesinfektionsmittel enthalten 60 bis 80 Prozent Isopropanol oder Ethanol. Sie funktionieren für leichte Klebereste überraschend gut, enthalten aber oft Zusatzstoffe wie Glycerin, die auf der Scheibe einen leichten Film hinterlassen. Danach mit Glasreiniger nachputzen.
Trinkalkohol (Wodka, Schnaps)
Zu schwach. Trinkbarer Alkohol liegt meist bei 40 Prozent – das reicht für leichte Rückstände auf frischen Aufklebern, bei der Umweltplakette aber kaum aus.
So geht man richtig vor
Alkohol eignet sich vor allem für die Klebereste nach dem mechanischen Ablösen der Plakette – nicht als einziges Mittel zum Aufweichen der gesamten Plakette. Die Plakette selbst zuerst mit den Fingern oder einem Kunststoffschaber ablösen, dann die verbleibenden Rückstände mit Alkohol behandeln.
Isopropanol auf ein weiches Tuch oder ein Wattepad geben – nicht direkt auf die Scheibe sprühen. Die getränkte Stelle auf die Klebereste drücken und 30 bis 60 Sekunden einwirken lassen. Dann mit leichtem Druck abreiben. Bei hartnäckigen Resten den Vorgang wiederholen.
Kein trockenes Rubbeln ohne vorheriges Einweichen – das verteilt den Kleber nur und macht ihn nicht weicher.
Was auf getönten Scheiben gilt
Auf getönten Scheiben, bei denen die Folie innen aufgebracht ist, sollte Isopropanol nur in kleinen Mengen und mit weichem Tuch eingesetzt werden. Direkt auf die Tönung aufgetragen und stark gerieben, kann Isopropanol die Haftung der Folie langfristig schwächen. Kurzes Einwirken und sanftes Abreiben ist hier die richtige Technik – wer mehr dazu wissen möchte, findet Details in unserem Artikel zur Umweltplakette bei getönten Scheiben entfernen.
Nach der Behandlung
Alkohol verdunstet schnell und hinterlässt auf Glas in der Regel keinen Film. Trotzdem lohnt es sich, die Scheibe danach kurz mit einem Glasreiniger zu wischen – vor allem wenn man Spiritus oder ein Desinfektionsmittel mit Zusatzstoffen verwendet hat. Das Ergebnis ist dann streifenfrei und sauber.
Isopropanol ist kein Wundermittel, aber ein sehr solides Hausmittel für Klebereste auf Glas. Wer es einmal ausprobiert hat, fragt sich, warum man je etwas anderes genommen hat.